Der Forensik-Talk: Reerdigung

Shownotes

Maximilian Reeg und Dr. Schwarz sprechen über die „Reerdigung“ - ein neues Bestattungsverfahren, dass Verstorbene umweltfreundlich in fruchtbare Erde verwandelt…

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00:00:07: Die Welt kann ein unerfreulicher Ort sein, aber zum Glück gibt es Dr.

00:00:17: Markus Schwarzen und mit dem macht selbst das Verbrechen ein kleines bisschen Spaß.

00:00:26: Alle vierzehn Tage treffen wir uns im Studio und ich freue mich sehr dass er heute wieder zu mir gekommen ist.

00:00:31: Hallo dr.

00:00:32: Markus schwarz Du hast mir dieser Tage was Unheimlich Interessantes erzählt.

00:00:38: Ja!

00:00:39: Hast du einen Antrag geschrieben und hast also dich beworben sozusagen, sollte der Wahl Timmy an Ort und Stelle dort wo er am Strand war wir wissen ja er ist nicht gestorben aber sollte erst sterben dann hast du darum gebeten dir da ein großes Scheibchen sage ich jetzt mal abzuschneiden von diesem Wahl.

00:00:58: Was hättest du denn mit diesem Material gemacht?

00:01:01: Das mag sehr Macabre klingen, aber ich wollte damit forschen.

00:01:07: Weil wenn so ein armes Tier schon sterben sollte und es beräumt werden muss dann kann man das ja zumindest für die Wissenschaft und für die Zukunft versuchen bestmöglich zu verwenden, zu nutzen und daraus zu lernen!

00:01:22: Wir sind ja alle froh dass dieser Wal zumindest nicht an Ort und Stelle gestorben ist sondern dass er jetzt Mutmaßlich im Atlantik herumschwimmt.

00:01:33: Hoffen

00:01:34: wir, hoffen wir das Beste und hoffen dass er nicht wieder den Weg zurück in die Ostsee findet weil sonst sehen wir uns vielleicht doch noch.

00:01:41: Aber was ich eigentlich damit vor hatte.

00:01:43: Du musst dir vorstellen Ich war jetzt letztes Jahr und dieses Jahr Anfang Februar jeweils ins Seattle In den USA Und da findet eine Tagung statt die nennt sich TerraCon Und auf der TerraCon treffen sich Menschen die sich mit der Kompostierung von hauptsächlich menschlichen Körpern auseinandersetzen.

00:02:04: Und da hat mir ein australischer Kollege gesagt, das geht mit jedem Säugetier!

00:02:09: Das geht also auch mit Wahlen und ich so wie...das geht mit WALEN.

00:02:14: Ja man muss sich das so vorstellen Ein Wal ist ja auch nur einen Säuge-Tier zwar etwas größer aber bei dem funktioniert letztlich der Abbauprozess genauso wie bei uns Menschen.

00:02:25: So das heißt wir wissen ganz genau wenn wir eine bestimmte Temperatur ansetzen und pflanzliches Material hinzufügen, die Natur ihren Lauf nehmen lassen.

00:02:35: Das Material sich über einen gewissen Zeitraum zu Humus umwandelt.

00:02:40: Das ist also ein ganz normaler natürlicher Prozess und den haben mehrere Unternehmen unter anderem auch ein Unternehmen Deutschland zu einer Bestattungsmethode entwickelt.

00:02:50: Und weil mich das so sehr interessiert hat habe ich gesagt naja wir können ja unmöglich diesen ganzen Wahlkompostieren, das wird rein rechtlich und mit Zulassungen und allen möglichen Anträgen unmöglich schaffbar sein.

00:03:03: Aber man könnte ja zumindest mal mit einem Teil versuchen ob das auch mit einer großen Menge an Blubber also Wahlfett-und Muskeln funktioniert.

00:03:13: Ich habe mich da auch mit verschiedenen anderen Wissenschaftlern zusammengetan, hab' also gesagt so wenn wir das schon machen dann unter den kompletten Augen der forensischen.

00:03:24: Das heißt, da wären dann auch andere Leute dabei gewesen die unter anderem schon mal im Wattenmeer einen Buckelwal hamferotten lassen mit Kameras und verschiedenen Abstrichen.

00:03:34: Also man muss sich das wirklich so vorstellen, man geht zu einem toten Körper hin und schaut eben was macht das Ökosystem damit?

00:03:40: Wie holt sich Mutter Natur im besten Sinne zu einem toten Körper zurück?

00:03:46: Und wir kennen das natürlich wenn die Katze oder das Meerschweinchen stirbt, die gräbt man im Garten ein, stellt ein kleines Holzkreuz drauf Und dann stellt man ein paar Blumen drauf und das war's.

00:03:57: So, wir sind ja aber jetzt vor der Herausforderung dass wir irgendwann mal so neun oder zehn oder elf Milliarden Menschen auf diesem Planeten wären und jeder stirbt ja irgendwann.

00:04:08: also das haben wir ja jetzt in diesem Podcast auch schon gelernt nichts ist so sicher wie der Tod.

00:04:13: Das heißt irgendwann muss halt jeder auch mal bestattet werden.

00:04:16: Damit wären wir quasi beim heutigen Thema nicht der Reherdigung Ja!

00:04:23: zurück, also Recycling zum Beispiel.

00:04:26: Da wird etwas wieder in einen Kreislauf eingeführt und Reerdigung ist sozusagen eine Beerdigung

00:04:35: von Erde

00:04:36: wo man sozusagen in den Kreislaufen wieder zurückgeführt wird und nicht über die herkömmliche Methode.

00:04:42: Man gräbt einfach jemanden ein lässt ihn sozusagen dort hundert Jahre liegen und dann ist er weg sondern bei der Reerdigung gibt es quasi technisches Verfahren um das ins Werk zu setzen, dass aus diesem Körper richtige Erde wird.

00:04:59: Und das ist eine technische Kopie, eine technisch sehr gute Kopie der oberen fünf Zentimeter unseres Gartenbodens.

00:05:09: also jeder der irgendwo ein kleines Stück Rasen hat oder im Wald ist läuft permanent über Abbauprozesse drüber und es kriegen wir gar nicht mit weil das so allgegenwärtig ist dass ständig etwas entsteht und wieder vergeht, dass uns das eigentlich erst bewusst wird.

00:05:25: Wenn man wirklich mal zum Beispiel irgendwo eine tote Maus oder so findet.

00:05:29: Und dann hat man ja in der freien Natur ... Da kommen die Fliegen, da kommen die Insekten... Da passiert also sehr viel!

00:05:35: Aber das findet bei der Reerdigung gar nicht statt.

00:05:38: Denn da nutzt man letztlich den Zerfaltsprozess in der Humusschicht.

00:05:44: Das muss man sich so vorstellen.

00:05:45: Man hat einen toten Körper Und dieser wird nackt in einen sogenannten Kokon gelegt.

00:05:52: Ein Kokon ist ein geschlossenes Gefäß und da drin, ist ungefähr nochmal genauso viel Pflanzenmaterial wie der Körper wiegt aus Klee, aus Stroh, aus Heu, aus Blumen... Da kann man also auch noch Blumen dazu legen als Angehöriger.

00:06:07: dann wird man mit diesem Material auch bedeckt Dann wird da Wasser drüber geschüttet und dann wird der Deckel zugemacht Und dann passiert etwas ganz Interessantes.

00:06:16: Nur dass ich das richtig verstehe, also ihr gebt da nichts dazu außer Wasser?

00:06:21: Pflanzenmaterial und Wasser!

00:06:22: Und der tote Körper... Also man geht letztlich genauso.

00:06:25: wie man gekommen ist spürt er faser nackt.

00:06:27: Wenn man jetzt ein Rotweinfreund war kann auch noch ein Glas Rotweine dazuschütten Das wird aber am Prozess nichts ändern oder eine Flasche Schwarzbier etc.

00:06:35: Es darf nichts Anorganisches mit rein.

00:06:38: Man kann zum Beispiel auf Bittenpapier einen Abschiedsbrief schreiben alles was organisch abbaubar Und dann wird der Deckel geschlossen.

00:06:46: Dann passiert etwas ganz Spannendes, denn wir haben ja Milliarden Bakterien in und auf uns... ...und wir haben Milliarden Bakteringen auf diesem Pflanzenmaterial!

00:06:56: Durch diese Feuchtigkeit, die also durch das Wasser mit dazukommt, steigt dann die Temperatur.

00:07:02: Mit dem Anstieg der Temperaturen geht auch ein Anstieck der bakteriellen Aktivität einher.

00:07:08: Diese Bakterienen brauchen Futter Und diese Bakterien denken sich in diesem Moment, ja Futter ist ja genug da.

00:07:15: Der Körper liegt ja schon vor uns und dann geht es also los das die Bakterie den Körper zu setzen und die Temperatur geht hoch über mehrere Tage bis über sixty fünf teilweise siebzig Grad.

00:07:27: Das muss man sich dann wirklich so vorstellen, wie wenn man frisch gemäht das Gras auf einen Haufen legt und dieser dann anfängt zu dampfen.

00:07:34: Und dem Kern eine richtig hohe Temperatur entsteht...

00:07:36: Das kann sogar Brände auslösen!

00:07:38: Das kann ein Freund

00:07:40: Stefan von einem Liedlein singen.

00:07:41: Der ist die Garage abgebrannt weil der Komposthaufen direkt an der Garagenwand stand.

00:07:46: Genau.

00:07:47: Da ist Stefan Lukasz komplette Garage mit den ganzen schönen Erinnerungen ist leider in Flammen aufgegangen.

00:07:53: Um das zu regulieren gibt es eine Zu- und eine Abluft?

00:07:57: Das heißt die Bakterien wollen immer frische Luft haben.

00:08:00: Das sind also sogenannte Erobebakterien, die brauchen Sauerstoff um zu arbeiten.

00:08:05: und die gibt man denen indem man einfach außen luft reinpumpt und die Abluft quasi abzieht durch einen Biofilter hindurch so dass hinten einfach geruchslose luft rauskommt.

00:08:14: wie muss man sich so ein biofilter

00:08:16: vorstellen?

00:08:17: das ist eine große kiste mit hack schnitzeln holzhackschnitzel und dahinter ist noch mal ne kiste zu fertigen.

00:08:27: Nach ungefähr spätestens zwei Wochen fällt die Temperatur dann auch ganz allmählich wieder ab, der Kokon wird sachte hin und her gewogen.

00:08:37: also er geht nie irgendwie über hundert-undt-achtzig Grad sondern geht immer nur wirklich wie eine Babywiege ganz ganz langsam zur Seite.

00:08:45: Also das ist kein Zementmischer um die eigene Achse dreht oder

00:08:50: so?

00:08:51: Nein man muss sich das so vorstellen.

00:08:53: Die schwingt nur hin und her ganz, ganz langsam.

00:08:55: Also wenn man genau hinschaut sieht man es zweimal am Tag je nach Temperaturentwicklung.

00:09:01: Und

00:09:01: wozu ist das wichtig?

00:09:03: Das ist die Kopie der Bodenlebewesen.

00:09:06: weil wenn man sich zum Beispiel jetzt mal die Mühe machen würde und eine Kamera auf ein Stück Waldboden richtet mit einer Zeitrafferaufnahme dann sieht man dass ich dieser Boden Innerhalb von der Woche einmal komplett umwälzt.

00:09:18: Da sieht man Blätter verschwinden, da sieht man so ein kleines Regenwürmchen was sich irgendwie so'n Grashalm reinzieht in den Boden... ...da sieht man ganz viele Asseln vor allem nachts und da ist richtig viel Bewegung dahinter!

00:09:28: Das kriegt man sogar nicht mit.

00:09:29: wenn man nur Pilze suchen geht aber das durch Misch den Boden.

00:09:34: dadurch entstehen neue feine Bodengefüge und da passt wieder Luft- und Feuchtigkeit rein.

00:09:39: Das heißt diese Kapillarkräfte wenn es da regnet dann säckert das Wasser viel besser ein bleibt viel besser an den Wänden hängen Und eine feuchte Oberfläche ist natürlich für wen wieder hervorragend, die Bakterien.

00:09:51: Also es wird quasi permanent in einer sanften Wiegebewegung hin und her?

00:09:56: Nicht mal permanent!

00:09:57: Das reicht je nachdem wenn die Temperatur so ihren Punkt erreicht hat wo bewegt werden muss kommt ein bisschen Luft dazu einmal Bewegungen Es wird alles wieder so ein bisschen durchmüscht und dann lässt man das wieder in Ruhe und dann geht quasi der Prozess einfach weiter.

00:10:11: Man versucht letztlich durch das Pflanzen Material eine massive Oberflächenvergrößerung zu erreichen, weil auf jedem kleinen Grashalm der da drin ist, passen ja wieder ganz viele Bakterien.

00:10:22: Und wenn es dann auch noch feucht ist und im Temperaturoptimum läuft... ...dann sind also so viele Bakteriende das die unbedingt Futter brauchen!

00:10:29: Weil sie wollen ja auch von was leben.

00:10:32: Und so wird der Körper nach und nach immer weiter zersetzt.

00:10:35: Und nach vierzig Tagen hat man einen Humusboden ein humusartiges Gemisch Also sehr viel Pflanzenmaterial So feinkörnig bräunlich Humos vermischt so, wie man das eben vom... Also

00:10:47: du wirst wahrscheinlich dann auch die Grashalme gar nicht mehr so erkennen.

00:10:51: Man erkennt die Fasern noch aber da ist schon ganz viel Abbau passiert.

00:10:55: also wenn man sich das unter dem Mikroskop anschaut sieht man aha da sind die längst gerichteten Pflanzenfasern.

00:11:00: Wenn man weiß was drin ist könnte man auch nachschauen was das mal war rein von der Struktur her.

00:11:05: Aber es hat sehr sehr viel von eigentlich einem Gartenkompost.

00:11:10: Aber, hier haben wir den Unterschied.

00:11:12: Da liegt halt noch ein komplettes Skelett mit dabei.

00:11:14: Also die Knochen bleiben übrig?

00:11:16: Bleiben übrig!

00:11:18: Die Bakterien, die haben keine Säure mit der, die irgendwie diese Knochens fressen

00:11:21: können.

00:11:21: Naja Moment... da findet auch ein leichter pH-Wertwechsel statt.

00:11:26: Aber Knoche an sich sind ja abiotisch das heißt sie sind aus Calcium aufgebaut.

00:11:31: Das sind also die tragen uns achtzig Jahre durchs Leben, die gehen also mal nicht so einfach kaputt weg.

00:11:36: aber Die Plattenknochen, wie zum Beispiel unsere Rippen.

00:11:39: Die Schulterblätter, Teile des Schädels werden schon richtig porös!

00:11:43: Also die Rippe kann man teilweise schon so... Das ist auch ein Test für den Knochenabbau Kann man mit einem leichten Druck zwischen zwei Fingern teilweise einfach zerdrücken.

00:11:53: Weil wir haben jetzt festgestellt Wir beforschen das an der Universität Leipzig im Institut für Rechtsmedizin und wir haben festgestellt die Knoche, die wir aus dem Kokons entnehmen und uns anschauen Die haben teilweise Alterungserscheinungen zwischen zwanzig und fünfzig Jahren von einer normalen Erdliegezeit.

00:12:11: Also nach vierzig Tagen haben die schon wirklich sichtbare Abbauberscheinung, das prüfen wir auch gerade noch mikroskopisch mit verschiedenen Methoden und schauen eben ja wie weit haben wir denn den Abbau jetzt eigentlich vollzogen?

00:12:26: Und an sich wenn man sich zum Beispiel den Oberschenkelknochen anschaut ist also einer der stabilsten Knochen Da ist kein Knochenmark mehr im Inneren.

00:12:34: Das ist also auch alles bakteriell schon mit zerstört, muss man sagen und da finden sich wirklich nur noch ganz kleine Reste die man sichtbar machen kann.

00:12:44: Und Die Rippen sind porös, die Schulterblätter sind teilweise total porös und je nach Lebensumstand und Alter der Personen, der verstorbenen Person Kann man dann also auch schon sehen wie sie mal gelebt hat.

00:12:59: Also zum Beispiel wenn man Das ist mal ganz spannend, wenn man so Leute hat die wirklich hart gearbeitet haben.

00:13:04: Handwerker!

00:13:05: Da sieht man an den Knochen das der Knochern sehr viel Muskel und beispielsweise Gehalten hat und Zugkräften ausgesetzt war.

00:13:14: also wir hatten letztens beispielsweise mal an einem Schulterblatt gesehen da war es mir klar bevor jemand gesagt hat was diese Verstorbene mal gearbeitet hat war's mir klar dass diese Frau wirklich mal hart geararbeitet haben musste und das kam dann auch raus.

00:13:27: ja das war Handwerksmeisterin

00:13:31: Und ihr

00:13:31: Leben lang wirklich gearbeitet.

00:13:33: Das hast du ja auch in der Archäologie, wo man oft sieht... Also die sind viel geritten, das war ein Schwertkämpfer da ist er eine Arm stärker als andere und so weiter.

00:13:43: Aber Kugelschütze

00:13:44: war beispielsweise oder das Schulterblatt gezogen war anders verformt.

00:13:47: also das sind schon ganz ganz spannende Geschichten.

00:13:50: und wir haben hier jetzt gerade eine Bestattungsmethode, die wir erforschen, die ja weltweit absolut neuartig ist.

00:13:58: Wenn man mal überlegt, die Krimation hat letztes Jahr oder vorletztes Jahr hundertfünfzigjähriges Bestehen in Deutschland gefeiert.

00:14:04: das war also in Dresden-Tolkewitz in den Siemens Glaswerken In einem Ofen wurde die Frau eines englischen Konsuls kremiert.

00:14:13: da gibt es heute noch in Dresten ich glaube im Stadthistorischen Museum oder im Stadtarchiv so ein kleines Häufchenasche um das zu beweisen dass das damals stattgefunden hat.

00:14:23: und Jetzt sind wir also am nächsten Schritt, hundertfünfzig Jahre später und testen eben eine neue Methode die mit der körpereigenen Bakterien lasse.

00:14:34: Mit der körper eigenen Energie dort dann den Leichnam schon erstmal für eine weitere Bestattung vorbereitet.

00:14:42: das heißt es entsteht jetzt eigentlich schon ein sehr sehr fruchtbarer Humusboden weil alle Nährstoffe die wir mal in uns hatten sie sind ja nicht weg Es ist ja lediglich die Feuchtigkeit, die wir in uns hatten mal weggegangen und ein bisschen an Gasförmiger-Phase.

00:14:57: Aber so die ganzen Nährstoffe, die wirklich im Körper gespeichert waren, sind theoretisch im Boden.

00:15:03: Wie ist das jetzt nach den vierzig Tagen?

00:15:05: Also nach vierzig Tage bin ich quasi

00:15:08: Humus... Genau!

00:15:09: ...

00:15:09: aber meine Knochen sind

00:15:10: noch da.

00:15:11: Die Knochens sind auch da.

00:15:12: Wie wird es zum endgültigen Substrat sozusagen?

00:15:16: Das muss man sich dann so vorstellen wie bei der Krimation.

00:15:18: Da gibt's eine Knochemühle

00:15:20: um

00:15:20: Und um sich da jetzt irgendwie keiner Trennung zu unterziehen, dass man jetzt sagt.

00:15:24: Man sammelt die Knochen noch mal raus mit der komplette Inhalt des Kokons also sowohl das Humus-Substrat als auch die Knochens in eine Mühle gegeben und dann wird alles auf eine Kongröße gemahlen.

00:15:36: Dann hat man also sowoll einen humusartigen Boden, der wie im Oberboden gelagert ist, dass es sehr viele Pflanzenteile gibt und diese aufgebrochenen Knochen.

00:15:47: Und jetzt kommt eigentlich das Interessante, weil wir auch teilweise durch eben diese Bodendurchmischung feines Granulat vom Untergestein immer weiter mit nach oben mischen.

00:15:56: Das heißt wenn man in den Waldboden greifen kann es also passieren dass man schon so kleine Steinchen zum Beispiel mal mit in der Hand hat... ...und das ersetzt dann letztlich der Knochern!

00:16:04: Weil der Knochern ist jetzt der mineralische Bestandteil eines Oberbodens.

00:16:09: Das heisst man hat eben kleine mineralische bestandteile in Form von aufgebrochene Knoche Und diesen grundsätzlich erstmal sehr nährstoffreichen, humusartigen Boden der da dann entsteht.

00:16:22: Boden wird es ja erst wenn man ihn mit Boden in Kontakt bringt.

00:16:25: Das heißt jetzt kommt die Bestattung und das gibt dann zwei Wege entweder man packt die Erde die entstanden ist also in ein Leinentuch.

00:16:36: Das können dann die Angehörigen in der Zeit in den vierzig Tagen auch bemahlen und gestalten Können die Enkel die Hände draufdrücken, oder jemand kann was draufschreiben.

00:16:44: Also da gibt es vielfältigste Möglichkeiten, die letztlich auch den ganzen Trauerprozess über die Zeit sicherlich verändern werden.

00:16:51: und dann wird das also eingeschlagen kommt in einen Transportsack.

00:16:55: der kann wiederverwendet werden.

00:16:56: er muss also nicht weggeworfen werden sondern ist einfach nur für den Transporter.

00:17:00: Und dann wird also dieser dieses Tuch mit der Erde gemeinsam in den Boden gelegt.

00:17:06: Und wenn der Verstorbene das jetzt zum Beispiel gewünscht hat, kann man dieses Tuch auch noch rausziehen.

00:17:12: Dann hat man direkt ein Erdkontakt.

00:17:14: Das Grab muss nicht mehr einen Meter-achtzig tief sein zwingend.

00:17:17: Das kann theoretisch nur fünfzig Zentimeter tief sein und dann hat man diesen frischen humusartigen Boden mit dem Oberboden wieder in Kontakt.

00:17:27: Da können also Pflanzen drauf zugreifen weil es für Bäume relativ schwierig ist, einen Meter achtzig tief zu kommen dazu überwinden.

00:17:36: Also das muss man sich immer auch für Pflanzen als Hindernis vorstellen, wenn da irgendein Fremdkörper im Boden liegt.

00:17:40: also Friedwelter beispielsweise sind nicht unbedingt die beste Idee Wenn man ins Wurzelgefüge einfach sechzehn Löcher stand um da ohne die den Boden alkalisch machen einzugraben.

00:17:52: Das sind alles Probleme Die muss man bedenken.

00:17:55: also man kann nicht einfach in den Wald laufen und sagen so jetzt bestatten wir hier unsere Angehörigen sondern Man muss da sich schon auch letztlich über einen sehr langen zeitraum Gedanken drüber machen.

00:18:06: was wird denn aus der fläche irgendwann mal so?

00:18:08: ich kann jetzt zum beispiel eine waldfläche für neun und neunzig jahre pachten aber nach hundert jahren kommt vielleicht ein anderer pechter und sagt dann ja warum liegen denn hier jetzt zweitausend fünfhundert unten in meinem welt?

00:18:19: und davon sind weiß ich nicht tausend stück gerade mal bis zur asche kapsel heruntergebrochen und der rest ist eben noch da.

00:18:26: die Problematik, die darin besteht ist.

00:18:28: Das ist alles nicht unbedingt nachhaltig.

00:18:30: nur weil wir uns in den Wald beerdigen lassen sagt der Wald nicht.

00:18:34: Jo das finde ich jetzt gut.

00:18:36: Also das ist wieder so der Blick aus menschlicher Perspektive.

00:18:38: aber der Wald ist So wie er da schon steht wenn es ein natürlich gewachsener Wald ist In einem Gleichgewicht das heißt die Nährstoffe dort laufen schon im gleich Gewicht dass laut was im hell abst runter fällt das absterbende Holz das kann der wald alles wieder aufnehmen.

00:18:54: Manchmal gibt es übersäurete Böden, manchmal gibt es alkalische Böde.

00:18:57: Aber das kann man alles irgendwie auch vorstwirtschaftlich dann noch steuern aber es bleibt halt Wald-Wald-Walt.

00:19:03: Jetzt haben wir einen Friedwald Also einen Ruhrwald oder einen Waldfriedhof Je nachdem wie man es halt definiert und nennt.

00:19:12: Das ist also auch sehr viel wieder das wording was da eine Rolle spielt.

00:19:15: Du musst dir vorstellen so ein Baum hat also ringförmig seine Wurzeln Und die Wurzeln, die ihn halten, gehen senkrecht nach unten.

00:19:22: Da gibt es also Flachwurzler und Tiefwurzeler... ...und so ein Flach-Wurzlar, also eine Kiefer oder Fichte,... ...die wirklich auch dann einen Wurztelteller rausreichst wenn sie umkippt je nach Bodentyp,... ...kan halt nur das Wasser aus dem Oberboden ziehen.

00:19:35: Aus den oberen neunzig Zentimetern gehen Feinwürzeln rein.

00:19:38: Jetzt kommt jemand und sagt jetzt brauche ich hier aber... ...einen vierzig Zentimeter durchmessendes Loch weil er muss ja nur ohne reinpassen.

00:19:44: Das heißt du nimmst quasi von einem... Gedachten Kreis rings um diesen Baum schon erst mal vierzig Zentimeter vom Durchmesser weg, weil dort setzt du eine Ohne rein.

00:19:54: Das heißt die Wurzeln sind auch weg das heißt da gibt es nichts mehr wo der Baum noch Wasser ziehen kann.

00:19:58: Dann gehst ein Stück weiter machst das nächste Loch Weil an so einem Baum vielleicht sechzehn Ohne angelegt werden können.

00:20:05: und jetzt haben wir gerade wieder.

00:20:06: Jetzt Die Meldung hat Welter sind schon wieder ziemlich trocken Waldbrandgefahr steigt.

00:20:11: Naja das hat letztlich aber auch zur Folge dass die Böden trockener werden.

00:20:16: Jetzt kann man sich schon überlegen, was passierte mit so einem Baum der... ...sechzehnmal oder fünfzehn mal oder zehn Mal die Wurzelfläche, mit der eigentlich Wasser aufnehmen will, zerstochen bekommen hat.

00:20:28: Und dann wird noch etwas reingelegt, was theoretisch eher einen alkalischen Mix erzeugt.

00:20:33: Was der Baum vielleicht nie gedacht hat weil der stand da und dachte sich so Ja das passt mir hier eigentlich von Bodengefüge her vom pH Wert her.

00:20:41: und dann kommt der Mensch und sagt So ja jetzt machen wir hier aber unsere Idee.

00:20:46: Naja, ich bin ja auch so ein Mensch.

00:20:48: Meine beiden Eltern sind schon verstorben und die liegen beide in einem Friedwald Und ich finde den Gedanken eigentlich unheimlich schön.

00:20:55: Der Gedanke ist wunderschön also da einfach in Ruhe an dem Baum Seine

00:21:01: Vor allem Teil des Baums zu werden und dadurch einen irgendwie im Naturkreislauf sozusagen weiterzuleben.

00:21:07: Aber da kommst du und sagst ihre Erdigung ist noch besser.

00:21:09: was diesen Kreislauf

00:21:10: naja Du musst ja auch mal überlegen aus was besteht denn so eine Urne?

00:21:14: Ist jetzt Das Material der Unhe, der Aschekapsel die in der Unne ist und die Asche selbst?

00:21:19: braucht der Baum das wirklich.

00:21:21: Und da kommt man ganz schnell so dünge theoretisch auf die Idee ne eigentlich brauchen wir unsere Wälder nicht zu düngen.

00:21:27: Es ist im Übrigen auch erstmal verboten dass du irgendwas in den Wald ein bringst.

00:21:31: also darf es kein Mutterboten beispielsweise einfach so in den Wild fahren.

00:21:35: oder weil du denkst so ich tue den Bäumen mal was Gutes Ich fahre jetzt einfach mal zwanzig Sack Blumehrde dahin.

00:21:41: das ist verboten.

00:21:42: Mit der Reerdigung hat man die Möglichkeit, diese Erde natürlich über eine größere Fläche zu verbringen.

00:21:49: Also wenn man jetzt zum Beispiel sagt wir machen das Thema einer Blühwiese dann hat man natürlich die Möglichkeit mit dieser Erde auch gestalterisch vorzugehen.

00:21:58: Das muss man aber immer in Abstimmung mit den Angehörigen machen.

00:22:01: Wenn der Verstorbene ein absoluter Naturliebhaar war und sagt ich möchte jetzt unbedingt unter einen Baum dann findet man sicherlich auf einem Friedhof irgendwo hier in Deutschland einen schönen Baum, wo der drunter passt.

00:22:16: Aber die Erde unterliegt immer noch einem Friedhofszwang wie jede Bestattung generell.

00:22:22: Das heißt...

00:22:23: Also die Erde, die da entsteht wird genauso behandelt wie die Asche oder wieder ganze Leichnamen eines

00:22:30: Verstorbenes?

00:22:31: Genau!

00:22:31: Also das ist

00:22:31: aus Pietätgründen hat diese Erde sozusagen ein geschützten Status?

00:22:37: Ja

00:22:38: und das ist auch wichtig Weil dieser Friedhofszwang, der wird von vielen auch kritisch gesehen.

00:22:42: Warum kann ich jetzt zum Beispiel meine Angehörigen nicht mit nach Hause nehmen und auf den Kamin stellen oder immer eigenen Garten beerdigen?

00:22:48: Und da kommt eine ziemlich kluge Rechtssprechung glaube ich... Mit rein!

00:22:54: Wenn man nicht will dass jemand das Monopol auf die Asche hat und wenn sich jetzt zum beispiel Familien zerstritten haben und der älteste Sohn beispielsweise die Assche des Vaters mitnimmt und alle anderen dann sagen so Ich würde aber auch gerne trauern Es gab aber keinen Trauerplatz, weil die Urne einfach nicht auf einem Friedhof liegt.

00:23:11: Dann hat das also teilweise für den gesellschaftlichen Frieden schon gewisse Konsequenzen.

00:23:17: und um das zu vermeiden und eben auch unsere traditionsgewachsenden Friedhöfe zu erhalten, weil das sind Grünelungen da gehen Leute zum Beispiel auf unseren Südfriedhof batzieren.

00:23:28: Die haben gar keine Angehörigen, aber die gehen da halt zur Erholungszwecken hin oder zur Ruhezwecke.

00:23:35: So ein alter Friedhof mit alten Baumbestand ist Lebensraum.

00:23:39: Da gibt es vom Feldhasen über die Kohlmeise bis zu geschützten Käfern alles, was es normalerweise in der Stadt nicht gibt.

00:23:47: Das heißt, Friedhöfe sind auch ökologisch extrem wichtig und das muss man sich halt vor Augen führen.

00:23:55: wenn jetzt alle plötzlich sich nur noch cremieren lassen und jetzt zum Beispiel auf den Kaminsims stellen im besten Sinne dann müssen halt Friedhöfen auch nachhaltig schließen.

00:24:04: Das ist so ein Problem, was gar nicht jeder auf dem Schirm hat.

00:24:08: Aber Friedhöfe sind ja entweder kirchlich oder öffentlich finanziert und erhalten also das gibt immer einen Träger Und der Friedhofsträger muss auch für die Pflege teilweise aufkommen Für die Wege uns Sicherungspflicht Die Gebäude müssen erhalten werden und das kostet alles Geld.

00:24:23: Es muss aber alles über letztlich die einzige Dienstleistungen geschehen, die ein Friedhof bieten kann nämlich Ruheplatz zur Verfügung zu stellen Weil alles andere ist unentgeltlich.

00:24:33: Du musst ja, um auf den Friedhof zu gehen, keinen Eintritt bezahlen!

00:24:36: Du gehst da einfach rein und genießt die schöne Natur... ...und guckst dir die Kräbe an und im besten Sinne gibt's sogar historische Führungen.. ..und die Nutzung eines Friedhofs ist also nicht nur um die Toten zu bestatten sondern es geht weiter auch für die Lebenden zu trauern sich zu erholen frische Luft zu haben Naturschutz, Fledermauskästen Vogelkästen.

00:24:58: Also da kann man ewig so weitermachen Und deswegen ist es wichtig, dass wir auch Friedhöfe erhalten.

00:25:04: Wie und wie wir unsere Toten bestatten?

00:25:06: Das steht ja auf einem ganz anderen Blatt.

00:25:08: aber man kann es wenn man will sehr nachhaltig tun indem man sich zum Beispiel eben reerdigen lässt.

00:25:15: Und es gibt Friedhöfen da is die Bodenbeschaffenheit nicht so optimal das auch die Beerdigten dort wirklich komplett verwesen und auch komplett in die Erde übergehen Sondern du gräbst da nach hundert Jahren noch einen Sarg mit dem Wachsleichnamen

00:25:33: aus.

00:25:34: Und dieses Problem könnte man ja mit der Reerdigung vermeiden.

00:25:38: Dieses

00:25:39: Problem könnte mal vollständig vermeiden, also wenn man Böden hat die sehr stauner sind und das ist das Hauptkriterium damit sogenannte Wachslichen oder Fettwachslichen entstehen dichte Bölden die keine Belüftung zulassen und eine hohe Feuchtigkeit.

00:25:53: Und dann kann man sich eigentlich schon sicher sein, dass man nach zwanzig-fünfzwanzig Jahren dort den Sarg genauso vorfindet mit einem Fettwachs umgewandelten Leichnamen.

00:26:02: Um dieses Problem zu vermeiden könnte man jetzt entweder tiefer graben und sich einfach das Problem aus dem Weg graben indem man einfach noch tiefere Löcher gräbt aber dann bleiben da trotzdem liegen.

00:26:11: Jetzt muss ich fragen weißt du was passiert wenn nach fünfundzwanziger Jahren zum Beispiel die Pacht für so eine Grabstelle ausläuft?

00:26:21: Leiche wird dann ja exhumiert, um die Grabstelle wieder frei zu machen.

00:26:25: Was passiert denn mit so einer Wachsleiche?

00:26:27: Die noch fast vollständig da

00:26:28: ist.

00:26:28: Dann kann es passieren dass sie auf Kosten des Friedhofs eingeäschert werden muss weil ja die Krabliegezeit für die Familie abgelaufen ist.

00:26:35: also der Friedhof kann nicht sagen hey Familie komm mal her!

00:26:38: Ihr seid ein Angehöriger ist noch da was ihr sowieso überhaupt nicht den Vertragsgegenstand einer Grabliege entspricht.

00:26:44: Sondern du musst ja quasi auch letztlich nicht garantieren, aber schon dafür sorgen dass der Verstorbene sich wieder in den Kreislauf bewegt.

00:26:55: Wenn du jetzt aber zum Beispiel staunerse Böden hast und sehr lehmig dichte Böde hast dann muss eben wirklich teilweise auf Kosten des Friedhofs dieses Grab wieder hergerichtet werden.

00:27:06: Das ist absolut keine schöne Aufgabe und noch psychisch wird die Mitarbeiter vermutlich sehr belastend.

00:27:12: Wenn sie wissen, jetzt sind wir wieder in dieser Abteilung.

00:27:15: Und wenn wir da jetzt graben, wissen wir genau was es sich für uns ein Bild gibt?

00:27:19: Es kann ja unterschiedliche Gründe haben warum da die Feuchtigkeit steht.

00:27:22: entweder der Rundwasserspiegel steht hoch an man hat staunnase Böden Man hat Fels unten drunter gibt's also verschiedene Gründe warum es so ist.

00:27:31: aber zum Schluss das Folgeproblem bleibt immer gleich nämlich dass Verstorbene sich nicht richtig zu ersetzen.

00:27:38: Wenn man jetzt davon ausgeht, man braucht nur ein fünfzig Zentimeter tiefes Grab um eben oben drauf weiter bestatten zu können und einen Grab neu zu belegen was dann auch direkt in eine Wechselwirkung mit der Umgebung übergeht das heißt die Bäume werden vermutlich dort auch davon profitieren.

00:27:56: Und ich hatte es ja schon erwähnt dass Bodengefüge Das grümelige Gefüge dieses Humusbodens hat aufgrund seiner Oberfläche natürlich auch eine größere Wasserspeicherwirkung.

00:28:09: Das heißt, wir haben teilweise Gräber von Verstorbenen die sich für uns als Körperspender zur Verfügung gestellt haben wo man wenn man jetzt hingeht im Sommer ringsrum nur vertrocknet das Gras sieht und das Karre wo das Grab angelegt ist also wo die Erde zu Erde gebracht wurde ist noch grün weil dieses Wasserspelcher Volumen eines Lockerinnen pflanzenhaltigen Bodens natürlich höher ist als jetzt beispielsweise ein verdichteter Oberboden.

00:28:40: Und das ist ganz spannend zu sehen.

00:28:42: und da sind wir auch, muss ich ganz klar sagen noch am Anfang der Forschung.

00:28:46: also wir haben jetzt mit Stand heute knapp über siebzig Reerdigungen mit begleitet.

00:28:52: Wir nehmen also wirklich auch aktiv an der Begleitforschung teil.

00:28:55: Wir waren bei den ersten fünfzig Leichnahmen bei jeder Öffnung mit dabei, also entweder ich oder meine Kollegen.

00:29:03: Wir wissen also ganz genau, was passiert und haben das jetzt auch schon mehrfach eben mit unseren Ergebnissen auf Tagungen als Vorträge oder als wissenschaftliche Poster vorgestellt.

00:29:14: Und jetzt bereiten wir gerade die nächsten wissenschaftlichen Veröffentlichungen vor.

00:29:19: Und bisher kann man sagen es funktioniert genauso wie von diesem Unternehmen, was das hier auch konstruiert hat diesen Kokon, der deutsche Kokon sieht etwas anders aus als die amerikanischen, weil einfach andere Ingenieurstechnische Ansprüche darangestellt werden.

00:29:34: Der Prozess funktioniert!

00:29:36: Und das Produkt ist unbedenklich?

00:29:38: Das Produkt ist aufgrund dieser Hitzeeinwirkung unbedenklich, weil ganz viele der Humanpatogen, also der Keime, die uns befallen können zum Beispiel Tuberkulose oder eigentlich auch alles andere Grippe, Influenza und Coronavirus haben nur eine ganz... geringe Überlebensrate, sobald sie in die Umwelt entlassen werden.

00:30:02: Also wir übertragen das ja von Mensch zu Mensch und meistens durch eine Tröpfcheninfektion oder durch eine Schmierinfektions- und jetzt haben wir aber auf einmal den toten Körper.

00:30:10: Das heißt, meist sind diese Organismen sowieso an lebende Körper gekoppelt und jetzt könnte man sagen okay, die sind ja noch drin!

00:30:17: Und jetzt wird aber auf ein mal der pH-Wert ganz anders.

00:30:20: Jetzt kommen auf einmal ganz andere Bakterien von außen durch dieses nasse Pflanzenmaterial dazu Und der Körper zerfällt.

00:30:28: Das heißt, das Organsystem an das Virus oder das Bakterium mal gekoppelt waren, das fällt jetzt weg und dann geht auf einmal auch die Temperatur noch massiv nach oben.

00:30:37: Wenn man sich mal anschaut, Luis Pasteur, der also die Pasteurisierung erfunden hat und letztlich auch Nachvollziehbar für den Menschen gemacht hat, ultra hoch erhitzte Milch um Paratopokulose abzutöten in der Milch wird heute für drei Minuten glaube ich über verhitzt, dann ist da also nichts mehr nachweisbar.

00:30:57: Und wir haben sixty-fünf Grad über mehrere Tage und überschreiten diesen Temperaturbereich.

00:31:03: Wir haben mittlerweile auch nachgewiesen ... ja so selbst hoch resistente Pflanzenpatogene die für die Umwelt gemacht sind um dazu zu überleben unter härtesten Bedingungen Sonneinstrahlung UV-Strahlung alles was ihr vorstellen kannst dass selbst diese hohen Temperaturen nicht überleben.

00:31:20: Auch das ist total spannend wenn man sich mal anschaut Wer war am Anfang da, also von den Bakterien im Menschen und in diesem Pflanzenmaterial?

00:31:29: Und was entsteht eigentlich daraus.

00:31:31: Also wo geht die Reise hin?

00:31:33: Welche Bakterie übernehmen irgendwann das Zepter?

00:31:36: Sieht man ganz klar dass die Umweltbakterien aus dem Pflanzen Material irgendwann die Oberhand gewinnen.

00:31:42: Das haben wir auch schon auf einem wissenschaftlichen Poster veröffentlicht.

00:31:45: Es ist ganz spannend wie sich auch die Relationen verschieben.

00:31:50: Wir haben ja Millionen und Milliarden Bakterium dann auf einmal in einem Probenmaterial.

00:31:55: Und man sieht ganz klar die Bewegung hin dazu, dass sich Umweltbakterien die Oberhand nehmen und vom Menschen eigentlich nur noch Reste übrig bleiben, die aus der jetzigen wissenschaftlichen Sicht absolut gefahrlos in einen Erdboden eingebracht werden können wenn man sich an normale Arbeitsschutzvorkehrungen hält.

00:32:17: Also

00:32:17: es entsteht sozusagen ein lebendiger Boden?

00:32:20: Ja

00:32:21: Der aber keine schädlichen Bakterien enthält, die jetzt den Menschen angreifen würden.

00:32:25: In dem Szene von Pest und Kollerer ist da nicht

00:32:28: mehr drin.

00:32:29: Man muss es immer so sehen ... Es gibt auch Umweltbakterien, die uns schaden können.

00:32:34: Ich würde um Gottes Willen nie irgendwo aus dem Park eine Handvoll Erde in den Mund nehmen und runterschlucken.

00:32:41: Solange man sich an grundsätzliche Regeln hält, ist das absolut unbedenklich!

00:32:47: Wie Blumenerde?

00:32:49: Also du kannst auch, weil du irgendwo dich in die Hand geschnitten hast und dann Erdboden anfest, Tetanus einfangen.

00:32:59: Das

00:33:00: ist aber ein Umweltbakterium!

00:33:01: Das kannst du dir überall einfangen.

00:33:03: Und das ist jetzt also... Wir wissen dass es da ist und wir wissen genau wenn Du einen Schnitt in der Hand hast mach Dir einen Pflaster drauf und zieh Arbeitshandschuhe an Und damit umgehst du das schon.

00:33:13: Genau das meinte ich vorhin mit, man sollte sich an grundlegende Arbeitsschutzrichtlinien halten.

00:33:18: Wenn ich irgendwo arbeite und damit umgehe zur Not fällt mir auch ein Sarg auf den Fuß.

00:33:22: wenn Ich keine Arbeitsschuhe anhabe habe ich einen blauen C und genau das ist halt diese Geschichte Mit.

00:33:27: es ist nicht gefährlicher als jeder andere Boden auch

00:33:32: Jetzt Ist Es aber so dass Diese Technologie sage ich jetzt mal Man kann sie ja als technologie bezeichnen Ja dass die auch Probleme hat in ihrer Skalierbarkeit.

00:33:46: Also du kannst in einem Krematoriumsofen mehrere Leichen am Tag verbrennen, wenn du da im Dreischichtbetrieb arbeitest, dann kannst du da

00:33:57: sicherlich

00:33:58: mehrere Leiche verbrenne.

00:33:59: Hier dauert es vierzig Tage und du brauchst für jede Leiche einen Kokon.

00:34:04: also wie stellt man sich das vor?

00:34:06: Dass in der Zukunft vielleicht massenhaft anzuwenden dieses Verfahren.

00:34:12: Na ja, man kann es zum einen dezentralisieren indem man einfach sagt jede Kirchgemeinde die das möchte und wo der Friedhof groß genug ist kann sich zwei oder drei Kokons in eine kleine alte Kapelle hineinstellen, die nicht mehr genutzt wird.

00:34:27: Man kann sich das so vorstellen dass auch Krematorien mit ausreichend Platz sicherlich eine zweite Halle daneben stellen.

00:34:33: Und da geht dann die Zukunftsvision tatsächlich in die Richtung dass zum Beispiel in Amerika ist das so, da können einige Unternehmen die Familie noch einfach rein und können sich dann den Stuhl nehmen.

00:34:43: Und können sich neben den Kokongen ihrer Verstorbenen setzen und können dort über vierzig Tage hinweg auch trauern.

00:34:49: Das heißt es wird eine Änderung in der Trauerkultur geben, die ganz automatisch mit dieser neuen Methode einhergeht.

00:34:57: also auch hier werden sich vermutlich Trauerbegleiter und Bestatter neue Möglichkeiten einfallen lassen wie man bestmöglich diesen Prozess mit den Angehörigen durchleben kann, weil so eine Trauerphase ist ja nichts Profanes.

00:35:12: Sondern das ist in der Tiefe der Psyche verankert.

00:35:17: also man kennt die Prozesse und weiß was da vor sich geht und weiß auch wie es funktioniert und wie das teilweise eben zu Problemen führen kann in unterschiedlichen Altersgruppen.

00:35:27: Und genau da ist glaube ich mehr Zeit immens wichtig Weil wenn du jetzt mal überlegst ein Angehöhriger stirbt Du rufst den Bestatter an und der sagt sofort, wir kümmern uns ab jetzt um alles.

00:35:39: Und bestmöglich übernimmt er alles wo du irgendwie Sorgen hast.

00:35:44: also geht damit mit dem Totenschein zum Amt.

00:35:47: Könnt ich die Handyverträge?

00:35:49: Könnte ich Strom?

00:35:50: Könnt dich die Wohnung?

00:35:51: Also da gibt es ja wirklich das rundum sorglos Paket... ...und dann ist letztlich der Angehörige nach einer Woche unter der Erde und du stehst da komplett allein und er ist weg!

00:35:59: So und jetzt hast du eine Möglichkeit über einen längeren Prozess laufen zu lassen.

00:36:07: Wie du damit umgehst und wie du das gestaltest, ist ja wieder was komplett anderes.

00:36:10: aber du hast theoretisch die Möglichkeit dich auch nochmal damit auseinanderzusetzen und vielleicht mit Kindern dahinzugehen und so sagen guck mal da drin wird die Oma grad zur Erde.

00:36:20: Wir gehen jetzt nach Hause und malen zum Beispiel dieses tuch an oder wir schreiben noch eine Postkarte also was man sich halt vorstellen kann Und ich glaube dass das hilft den Menschen einfach ein bisschen auch zu entschleunigen gerade in diesem Schwierigen Prozess.

00:36:34: also ich hatte jetzt schon mehrfach auch mit Angehörigen zu tun, die wir also bei diesen Kokonöffnungen dann auch hin und wieder treffen weil sie unbedingt dabei sein wollen.

00:36:42: Und es hat etwas Extremfriedliches wenn dieser Kokon aufgeht und die das erste mal sehen ja Das ist ja wirklich Erde.

00:36:53: Ich glaube dass ist tatsächlich dieses zurück zur Natur Weil dann sieht man das Resultat und Man braucht eben nicht irgendwie.

00:37:00: Das hat einer der Angehörigen mal gesagt, der Opa war halt... Also ich glaube Schreinermeister.

00:37:06: So ein einen Meter neunzig muskulöser Hühne auch bis ins hohe Alter.

00:37:11: So'n richtiger Handwerker!

00:37:14: Und sie fand es extrem schwierig, dass die dann so eine kleine Ohrne mit zweieinhalb Kilo Ascheübereicht bekommen hat.

00:37:23: und das war mal der OPA ungefähr.

00:37:27: Bei ihrer Oma war's dann so Da hat sie dann auch diese Masse, die so ein Mensch ausmacht.

00:37:33: Wirklich auch in einen Tuch geschlagen ist vom Volumen her nicht mehr als ein Sorg.

00:37:37: Das passt ja in den Transportzag rein.

00:37:40: Aber ich glaube das hat für die Menschen was wesentlich befriedigenderes, wenn man etwas vormtechnisches zu Grabe tragen kann wo man sagt, das entspricht der Menge des Verstorbenen.

00:37:52: Weißt du?

00:37:52: Es ist nicht nur einfach so ein Rest, der noch da ist sondern es ist wirklich ... Körperliche, einfach sagt so ja das ist jetzt nicht mehr der körper selber wir haben was umgewandeltes.

00:38:04: und dass

00:38:06: Wie ist es eigentlich?

00:38:07: wie viel wie viel gewicht an erde kommt denn dabei raus?

00:38:10: wenn wenn ich jetzt zum beispiel einen Neunzig kilo schweren Maximilian

00:38:15: dann hast du auch ungefähr neunzig Kilo Maximilian Erde dann übrig.

00:38:20: also das wird nicht wesentlich mehr.

00:38:21: die amerikaner produzieren teilweise weil die mehr pflanzenmaterial Reingeben beim start teilweise zwei hundert kilo.

00:38:28: Das ist aber nicht Sinn und Zweck der ganzen Geschichte, sondern du willst ja auch ressourcensparen arbeiten.

00:38:32: Also die ganze Idee dahinter sowohl Ressourcen als auch Energiesparend aus dem Leben zu scheiden also nicht irgendwo noch einen Baum umzusägen der dann durch eine große Maschine durchläuft.

00:38:43: Zu einem Sarg zusammengehemmert wird dann mit nem Transport Container irgendwo aus Richtung Osten reingeschippert wird.

00:38:50: Um dann gleichzeitig verbrannt zu werden.

00:38:53: Das hat für mich als Forstwissenschaftler wenig mit Nachhaltigkeit zu tun, wenn ich irgendwo Nadelholz wegschlage um den Sorg draus zu machen, den ich dann gleich wieder quasi ins CO-Zwei überführe.

00:39:04: Das ist nicht das was wir von Nachhaltigkeit verstehen weil... Ja

00:39:09: es ist ja auch ein ganz hoher Energieaufwand so eine feuchte menschliche Leiche zu verbrennen in einem Krematorium.

00:39:17: Mit Energie!

00:39:19: Weißt du, wie viel man da

00:39:20: braucht?

00:39:21: Nein.

00:39:21: Also diese Krematoriumsöwen arbeiten ja heute auch schon hocheffizient wo teilweise die Resthitze vom Vorgänger dann genutzt wird um quasi den nächsten Sack zu entzünden.

00:39:32: allerdings muss man auch sagen wir wissen aus rechtsmedizinischer Sicht auch zu einhundert Prozent was passiert wenn eine Hitzeeinwirkung auf einen menschlichen Körper gibt.

00:39:40: Da haben wir Stichpunkt Fächterstellung das heißt die Muskeln und Sehen ziehen sich zusammen dass man also quasi gekrümmt dann darliegt.

00:39:47: unter dem Zug dieser vertrockneten Sehen und Muskeln brechen dann in der Regel die Knochen.

00:39:51: Der Schädel als abgeschlossener Körper, der sehr flüssigkeitsreich ist kann man sich vorstellen was passiert wenn man schon mal den Topf kochendes Wasser mit einem Deckel richtig zuhalten will.

00:40:02: Der Druck will also irgendwo hin.

00:40:04: Der Geruch von gebrannten Haaren ist auch nichts Schönes!

00:40:08: Also für mich hat es alles so ein bisschen ja so einen notdürftigen Faktor dass man einfach irgendwann dazu übergegangen ist Leichen in größerer Zahl zu verbrennen, einfach weil es billiger ist.

00:40:19: Weil es weniger Platz auf den Friedhöfen wegnimmt.

00:40:21: Weil auch teilweise staatlich so gewollt wurde um Kirchen beispielsweise Macht zu entziehen.

00:40:27: und das ist also auch die katholische Kirche hat sich ja jahrelang erst mal gegen Krimationen gewährt.

00:40:33: Weil da die klassische Sackbestattung eben nach wie vor State of the Art ist, wie man so schön sagt?

00:40:39: Also

00:40:39: ich bin kein Christ!

00:40:41: Ich hab keine Religion.

00:40:43: Ich glaube aber zu wissen, dass die Vorstellung vollständig im Paradies einzugehen.

00:40:50: Dafür verantwortlich ist das Leute im Ganzen bestattet werden wollen.

00:40:54: Also zumindest früher war so eine Vorstellung da und es hat sich ja stark gewandelt mittlerweile.

00:40:59: Feuer hat auch immer was mit Fegefeuer zu tun.

00:41:02: also Feuer hat in der religiösen Geschichte sowohl was Reinigendes als eben auch das Böse.

00:41:09: Du wirst im Höllenfeuer brennen, also etwas strafendes.

00:41:12: Also sowohl reinigend als auch strafend?

00:41:14: Wenn man nach Indien schaut ist die Verbrennung das absolute Nonplus-Ultra.

00:41:17: da wird extra vom ältesten Sohn Holz zusammen gekauft und zusammengesammelt um eben ein schönes großes Feuer zu machen.

00:41:24: aber letztlich in der westlichen Kultur war die Sorgbestattung jahrhundertelang das Ding.

00:41:31: Du bist ja nicht mal in den Himmel gekommen, wenn du nicht in der geweihten Erde des Friedhofs beerdigt wurden.

00:41:36: Ja auch gleich das nächste!

00:41:38: Hattest du ein schlimmes Verbrechen begangen oder gar das Verbrechend dich selbst getötet zu haben?

00:41:43: Dann kamst du neben dem Friedhof in die ungewollte Erde und dann war natürlich der Weg ins Paradies für dich

00:41:48: versperrt.

00:41:50: Und einfach dieser Moment dass man dann sagt na gut machen wir halt jetzt Verbrennungen.

00:41:56: also das waren damals auch Pioniere die das Interesten gemacht haben.

00:41:59: Da haben sich direkt Vereine gegründet, die eben das bestrebt haben Menschen hygienischer Weise zu verbrennen.

00:42:05: Das war ja auch so gerade Jahrhundertwende also sehr viel auch enge Städte Krankheiten, Typhus, Cholera, Tuberkulose diese ganze Bakterienforschung, die dann auch grade erst losging.

00:42:18: und natürlich hat man dort gesehen wenn wir jetzt immer mehr serge haben und immer mehr Serge haben irgendwann sind die Friedhöfe voll.

00:42:25: Was machen wir dann?

00:42:26: Muss man neue Fläche machen?

00:42:27: und dieser ganze Prozess, das man einfach gesagt hat.

00:42:31: Dann machen wir es uns doch ganz einfach... ...und wandeln den Körper gleich zu Asche!

00:42:35: Weil Erde zu Erde, Asche zu Aschen, Staub zu Staub dachte man sich also ob, ja ist eine gute Idee Und darüber ist eigentlich erst die Krimation als Bestattungsmethode dann aufgekommen.

00:42:45: Das hatte man natürlich auch in anderen Ländern vorher schon gesehen weil in den Kulturgreisen im fernen Osten Also in Japan werden der verstorbenen cremiert, mit ganz komplexen Rieten auch.

00:42:59: Und das hatte man gesehen und dachte sich so ja wenn die das machen das macht ja auch Sinn.

00:43:03: Mittlerweile sind wir aber hundertfünfzig Jahre weiter und haben eben ganz aktuell eine Energiekrise und ganz aktuell eben auch das Problem mit CO-Zweiausstoß und ganz aktuell eben auch dass große Thema der Nachhaltigkeit.

00:43:17: also da müssen wir ja nicht nur bei Fridays for Future gucken sondern Jeder der sich irgendwie gerade an der Zapfsäule bewegt, dem wird klar so kann es halt nicht weitergehen.

00:43:26: Wir können uns davon nicht abhängig machen und schon zum Schluss können wir uns gar nicht dieses seltene Material was es ja langsam wird auch noch dafür nehmen um letztlich unsere letzten Momente auf diesem Planeten auch noch in Vollständigkeit zu verbringen beziehungsweise dann eben überführen zu lassen.

00:43:42: Und da kommt eben die Reerdigung ins Spiel wo man sagt man hat Flächen wo Pflanzenmaterial angebaut werden kann.

00:43:52: Klee, Heu, Luzerne, Alphalfahrer also alles was man sich eben auch vorstellen kann.

00:43:57: das wird dann gemixt und das nutzen wir als Grund und als Basis für die Reerdigung.

00:44:03: Und

00:44:04: da gibt es kurze Transportwege weil jede regionale Bauer kann klee auf seiner Visa anbauen.

00:44:09: Das heißt es gibt eine Formel wie das Pflanzengemisch best möglich sein muss Kann.

00:44:14: jedes Landwirtschaftslabor kann ja das bestimmen dass ist absolut auch kein Hexenwerk, muss man so sagen.

00:44:20: Und dann braucht man eine Steuereinheit einen Computer der dort die Messsonnen bemisst und sobald er sagt es wird zu heiß ein bisschen Luft reinpresst und so bald er sagt das wird ein bisschen zu kalt eben die Luft wieder abstellt.

00:44:33: Dann guckt man einfach dass das Gleichgewicht bei der Bodenentstehung immer schön gleich bleibt und ausgewogen ist und dann geht die Natur da abgeschottet aber unter bester Kontrolle ihren Lauf

00:44:47: ist sozusagen ein kleiner Bio-Reaktor.

00:44:49: Wenn man so will, ja es entsteht Wärme!

00:44:51: Und nehmen wir mal an ich hätte jetzt so viel gefallen und der Reherdigung gefunden dass ich es gar nicht mehr erwarten kann.

00:44:58: wo in Sachsen könnte ich mich denn reherdigen lassen?

00:45:01: In Sachsen noch gar nicht.

00:45:03: Also wir evaluieren gerade jetzt.

00:45:05: also wenn diese Folge raus kommt wird in Sachson gerade das Bestattungsgesetz evaluiert und gerade Im Schleswig-Holsteinischen Landtag das erste Mal die Gesetzesänderung zur Aufnahme der Reerdigung als offizielle Bestattungsmethode ins bestattungsgesetz im Landtag diskutiert.

00:45:22: Der Antrag wurde von allen Fraktionen übergreifend eingereicht, weil sie haben die Erprobungen bei uns auch teilweise mit in Auftrag gegeben.

00:45:31: wir haben den also auch unsere Ergebnisse geliefert und sind zu dem Schluss gekommen Das machen wir in Schleswich-Hollstein so.

00:45:38: Hier darf der Prozess gefahren werden und hier darf bestattet werden.

00:45:42: Des Weiteren darf die Erde noch in Mecklenburg-Vorpommern oder Hamburg bestattete werden, woanders in Deutschland ist dieser Prozess noch nicht zugelassen weil Bestattungsgesetz ist Ländersache!

00:45:53: Also ich dürfte mich jetzt nicht in Schleswig Holstein erdigen lassen um dann in Sachsen zu bestatteten?

00:46:00: Noch

00:46:00: nicht!

00:46:01: Es

00:46:01: muss Bundesland abhängig ins Bestattungsgesetz aufgenommen werden?

00:46:06: Naja, man muss sich sicher auch an diesen Gedanken gewöhnen.

00:46:09: Also es wird ja immer dann in dem Zusammenhang gesagt da werden Menschen kompostiert.

00:46:13: ich finde nicht dass das ein schöner Begriff dafür ist weil letztendlich werden Menschen eben dort einfach nur in einem beschleunigten Prozess zersetzt.

00:46:23: also bei Kompostierung da denkt man sich immer so da wird irgendwas auf den Haufen geschmissen da kommen noch die Eierschalen obendrauf aber das hier ja ein etwas sauberer.

00:46:35: Also man versucht eben alle Stürfaktoren, wie zum Beispiel Eierschalen oder Sonneinstrahlung oder die Wühlmaus auszublenden um den Prozess bestmöglich steuern zu können.

00:46:45: Das heißt Körper, Pflanzenmaterial, Wasser und Luft.

00:46:50: Finit doch!

00:46:51: Und dann diese leichte Wiegebewegung um die Kapillaren letztlich wieder zu durchmengen neu zu bilden und da wieder die Feuchtigkeit und die Durchlüftung zu ermöglichen.

00:47:02: Und das ist der Prozess.

00:47:04: Dieser Prozess funktioniert in den oberen fünf Zentimetern Jü des Ökosystems seit Jahrmillionen, weil wir bestehen ja alle nur aus irgendwelchen Molekülen und Atomen die vorher mal was anderes waren.

00:47:20: Also keiner kann sagen, woraus hat dein Fingernagel mal bestanden?

00:47:23: Ja vielleicht

00:47:24: hast du zwei Molekule von Julius Caesar in deinen Körper oder so... Vielleicht!

00:47:28: Man weiß es nicht.

00:47:31: Reihen von der Wahrscheinlichkeitsrechnung her vermutlich nicht, aber wie gesagt man weiß es nicht.

00:47:35: Wie sich das alles durchmengt?

00:47:37: Interessant ist es immer wieder und da müssen wir mal kurz abschweifen.

00:47:41: Dieser Prozess funktioniert ja in der Natur auch einfach so wenn irgendwo ein Rethold umfällt Das heißt dann kommen die Insekten Dauert das also zwölf Wochen, dann hat man ins Skelett da liegen.

00:47:51: Ja aber

00:47:51: bei der Reerdigung kommen keine Insekten?

00:47:54: Genau!

00:47:54: Bei der Reerdigung kommen keine insekten.

00:47:55: Da machen es nur die Bakterien.

00:47:57: Das heißt, da haben wir wirklich die Kontrolle darüber was passiert.

00:48:00: und eben Stürffaktoren wie zum Beispiel Baktherinsekten, die jetzt vielleicht weil die Temperatur zu hoch ist nicht zahlreich genug kommt oder was Ökosystem geradezu kühl ist, nicht zahlerreich genug kommen so nutzt man die Bakterionen.

00:48:13: Die Bakterie allein schaffen es unter einem Temperatur- und Feuchtigkeitsoptimum diesen Körper komplett zu zersetzen.

00:48:20: Und in der Natur, wo wir eben auch diese Arsforschung betreiben um eben dann auch Abläufe im Ökosystem besser zu verstehen nimmt der Humusboden ja nur einen ganz geringen Teil dieser Masse auf.

00:48:32: Der Rest sind ja wirklich dann Insekten und Arsfrässer etc.

00:48:35: Pp.

00:48:36: Und hier in diesem Moment sind es wirklich nur die normalerweise in der Bodenschicht arbeiten und das funktioniert.

00:48:43: Ein hochinteressantes Thema, ich bin auch nachdem du das in den letzten oder in einer der letzten Folgen mal erwähnt hattest mehrfach darauf angesprochen worden.

00:48:52: Was ist denn das mit dieser Reherdigung?

00:48:55: Ja

00:48:55: und das haben wir heute erklärt jetzt wissen wir was das ist

00:48:59: Genau

00:48:59: Und wir wissen es ist ein modernes Verfahren an dem noch geforscht wird und dass noch Zeit braucht bis Menschen sich vielleicht auch daran gewöhnt haben sich mit der Vorstellung angefreundet haben.

00:49:12: Das auf jeden Fall.

00:49:13: Und dann werden wir mal abwarten und da sind wir mal gespannt in der Zukunft, ob wir uns reerden lassen.

00:49:20: Also ich könnte mir das vorstellen... Ich habe damit überhaupt keine Berührungsängste!

00:49:24: Ich finde es sogar irgendwie schöner als in einem Sarg zu liegen und dort regelrecht von Würmern gefressen zu werden.

00:49:30: Und selbst das stimmt ja nicht.

00:49:31: Stimmt

00:49:31: auch nicht.

00:49:32: Weil in eine Meter achtzig Tiefe kommt kein Wurm mehr.

00:49:35: Was frisst

00:49:36: dich denn da unten?

00:49:37: Auch Bakterien und Pilze, aber über einen sehr langen Zeitraum.

00:49:40: Weil da unten hat es vielleicht sechs Grad und dann dauert das dementsprechend auch seine Zeit bis das abgelaufen ist.

00:49:47: also zehn, fünfzehn Jahre keine Seltenheit wenn wir manchmal Exumierungen haben Dann kann das also auch ziemlich lange dauern.

00:49:55: Und dann sieht man also auch diese Abläufe wie sie theoretisch dann in einem Moment Aufnahme nach zum Beispiel eben zehn Jahren aussehen.

00:50:05: Nach vierzig Tagen einfach sagen, das war es.

00:50:08: Der Prozess ist abgeschlossen.

00:50:10: Den Restprozess macht die Natur dann wirklich auf dem Friedhof?

00:50:13: Eine ganz spannende Beerdigungsform wie ich finde.

00:50:17: nachdem also in der Familie ja auch Erfahrungen mit dem Friedwald habe und das war eine ganz neue Information für mich dass das ökologisch keines so wahnsinnig gute Idee ist

00:50:27: mit den Friedwald.

00:50:28: Also

00:50:29: da ist ihre Erdigung doch noch natürlicher

00:50:32: Theoretisch, ja.

00:50:33: Aber auch hier würde ich davon absehen Wälder mit der Erde zu belasten.

00:50:39: Die gehört da nicht hin?

00:50:41: Wenn dahin und wieder mal ein Reh stirbt und liegen bleibt... Dann kann der Wald das sehr gut verkraften.

00:50:46: Wir können jetzt aber keine hunderte Bestattung dieses Materials im Wald vornehmen, weil hier haben wir wieder die Düngewirkungen und eine Düngewirkung geht immer mit einer Überdüngung einher ab einem bestimmten Punkt.

00:50:56: dann kommt es zu einer sogenannten Eutrophierung.

00:50:58: Und da haben wir einen Nährstoffeintrag in ein stabiles Ökosystem was dafür gar nicht gemacht ist.

00:51:03: Das heißt, wir sollten eben auf unsere Friedhöfe vertrauen und diese Friedhöfen auch dann aktiv gestalten dass man eben sagt, wir haben ne Blühwiese im Jahr mit twenty-fünfere Erdigungen beschickt, damit im nächsten Jahr die Bienen dort wieder Ruhe nicht holen können.

00:51:20: Das heißt man muss diesen Kreislauf einfach auch in diesen Friedhofsgedanken glaube ich mitnehmen um letztlich auf eine Fläche zu kommen und zu sehen aha hier funktioniert nämlich der Kreislauf.

00:51:33: Hier sehe ich den Specht, der da oben aus dem Holz das Würmchen rausklopft Und hier sehe ich eben die Meise Die sich gerade noch ne Raupe weg fängt eben wo vielleicht jemand drunter liegt.

00:51:46: Und das ist, glaube ich dieser ganz beruhigende Gedanke dass wir irgendwann alle wieder mal Teil eines großen Kreislaufs sind's.

00:51:53: Das ist eigentlich ein schöner Gedankel, dass man dann irgendwie mit der ganzen Welt sich vereinigt.

00:51:59: Genau

00:52:00: Ein schönes Schlusswort Lieber Markus Ich danke dir für diese ausführlichen Erklärung dieser ganz neuen Technologie.

00:52:07: Wir sind mal gespannt was daraus wird.

00:52:09: Genau Schauen wir mal

00:52:10: und wie unsere Beerdigungskultur in der Zukunft aussieht.

00:52:14: Da kann man auf wirklich, wirklich gespannt sein.

00:52:15: Da tut sich gerade richtig viel auch durch sehr viele junge Bestatter und sehr viele jungen Trauerbegleiter.

00:52:22: also da wird sich in den nächsten Jahren- und Jahrzehnten sehr, sehr viel verändern hin zum Positiven hoffe ich.

00:52:28: Danke dir Markus!

00:52:29: Sehr gern

00:52:42: Tschüss!

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